Wie man die Einlage im Forex nach einem Drawdown wiederherstellt
Wie man die Einlage im Forex nach einem Drawdown wiederherstellt, ist eine Frage der Arithmetik, und die ist unsymmetrisch: Ein Fall um 50 % verlangt ein Wachstum um 100 %, ein Fall um 20 % dagegen nur um 25 %. Genau diese Asymmetrie erklärt, warum die Begrenzung der Verluste wichtiger ist als die Steigerung der Gewinne und warum ein Konto nach einem tiefen Drawdown meist nicht zurückkommt.
«Gewinntrades in Folge» ist das ideale Szenario ohne einen einzigen Stopp. «Trades bei Ihrer Erwartung» ist die realistische Schätzung unter Berücksichtigung der Trefferquote.
Formel der Rückkehr
Drawdown 30 %: 0,30 ÷ 0,70 = 0,429 = +42,9 %
Drawdown 50 %: 0,50 ÷ 0,50 = 1,000 = +100 %
Drawdown 80 %: 0,80 ÷ 0,20 = 4,000 = +400 %
Die Asymmetrie wächst nicht linear: Die ersten zwanzig Prozent Drawdown kosten ein Viertel Zuwachs, die letzten zwanzig (von 60 % auf 80 %) noch einmal 250 Prozentpunkte obendrauf. Daraus folgt die praktische Regel: Die Tiefe des Drawdowns muss im Voraus begrenzt werden, denn ab einer bestimmten Marke ist die Rückkehr keine realistische Aufgabe mehr.
| Drawdown | Erforderlicher Zuwachs | Trades bei einer Erwartung von +0,35 R und 1 % Risiko |
|---|---|---|
| 10 % | +11,1 % | ≈ 31 |
| 20 % | +25,0 % | ≈ 66 |
| 30 % | +42,9 % | ≈ 105 |
| 50 % | +100,0 % | ≈ 205 |
| 70 % | +233,3 % | ≈ 356 |
| 90 % | +900,0 % | ≈ 681 |
Die Zahl der Trades ist unter Berücksichtigung des Zinseszinses berechnet: Bei einer Erwartung von +0,35 R und 1 % Risiko beträgt der mittlere logarithmische Zuwachs etwa 0,0035 pro Trade. Das ist eine Medianschätzung und keine Fristgarantie.
Warum ein Drawdown die Psychologie stärker trifft als das Konto
Zur Arithmetik kommt das Verhalten, und meist ist es genau dieses, das aus einem moderaten Drawdown einen tiefen macht.
Die Frist «in welcher Zeit ich das zurückhole» erscheint unerträglich, und der einzige verfügbare Hebel ist, das Risiko zu erhöhen. Daher das Revenge-Trading, das den Drawdown vertieft statt zurückzuholen.
BeschleunigungDie Regeln erscheinen genau dann untauglich, wenn es am wichtigsten ist, sie einzuhalten. Meist ist das die Mitte einer regulären Verlustserie und kein Defekt.
ZweifelNeues Setup, anderer Zeitrahmen, anderes Instrument. Die Statistik wird zurückgesetzt, und zu beurteilen, was funktioniert, wird unmöglich.
DatenverlustWas man im Voraus aufschreiben sollte. Zwei Tiefenmarken: Bei der ersten (zum Beispiel 10 %) halbiert sich das Volumen, bei der zweiten (zum Beispiel 20 %) wird der Handel bis zur Auswertung der Statistik eingestellt. Beide Regeln müssen automatisch greifen: Im Drawdown werden Entscheidungen am schlechtesten getroffen.
Zwei Tiefenmarken: wann man das Volumen senkt, wann man aufhört
Ein Drawdown ist steuerbar, solange er klein ist. Unten steht eine Konstruktion aus zwei Schwellen, die automatisch greift und keine Entscheidung in dem Moment verlangt, in dem Entscheidungen am schlechtesten ausfallen.
| Marke | Was passiert | Warum genau so |
|---|---|---|
| −10 % vom Hoch | Das Risiko pro Trade halbiert sich | Halbiertes Risiko verlängert die Distanz: Bis −20 % braucht es nun doppelt so viele Verlusttrades, und es bleibt mehr Zeit für die Auswertung |
| −20 % vom Hoch | Der Handel wird bis zur Auswertung der Statistik eingestellt | Die Rückkehr von hier verlangt +25 %, das sind schon 65 Trades bei einer Erwartung von +0,35 R — es lohnt sich zu prüfen, ob das System funktioniert |
| Rückkehr auf −5 % | Das Risiko kehrt zum Basiswert zurück | Automatisch, ohne Diskussion: Eine Entscheidung zur Erhöhung darf man im Drawdown nicht treffen |
bei halbiertem Risiko von 0,5 % schon etwa 22
eine Volumenreduktion im Drawdown kauft Zeit, keine Rendite
Die Formulierung «kauft Zeit» ist hier genau. Halbiertes Risiko macht ein System nicht profitabler und beschleunigt die Rückkehr nicht — es liefert doppelt so viele Trades bis zur nächsten Marke. Das genügt meist, damit eine reguläre Verlustserie von selbst endet.
Rückkehr bei unterschiedlicher Erwartung: wie viel das im Kalender ist
Die Zahl der Trades wird über Ihre Handelsfrequenz in Wochen übersetzt. Genau diese Übersetzung ist meist die unangenehme Überraschung.
| Drawdown | Erforderlicher Zuwachs | Trades bei +0,35 R und 1 % Risiko | Das entspricht bei 10 Trades pro Woche | Bei 3 Trades pro Woche |
|---|---|---|---|---|
| 10 % | +11,1 % | 31 | 3 Wochen | 2,5 Monate |
| 20 % | +25,0 % | 66 | 1,5 Monate | 5 Monate |
| 30 % | +42,9 % | 105 | 2,5 Monate | 8 Monate |
| 50 % | +100,0 % | 205 | 5 Monate | 1,3 Jahre |
Die letzte Zeile erklärt, warum ein Drawdown von der Hälfte des Kontos selten aufgeholt wird. Gut ein Jahr für die Rückkehr auf den früheren Stand ist eine Frist, die wenige aushalten: Lange vor ihrem Ende entsteht der Wunsch, schneller zu werden, und der einzige verfügbare Weg dazu ist, das Risiko zu erhöhen. Der weitere Verlauf ist bekannt.
Kontodrawdown im Forex und Equity-Drawdown: verschiedene Zahlen
Das Terminal zeigt zwei Größen, und Stoppregeln müssen nach der zweiten festgelegt werden. Der Unterschied liegt darin, ob das schwebende Ergebnis offener Positionen berücksichtigt wird.
Zwei Drawdown-Metriken
wird vom Hoch berechnet, nicht von der Anfangseinlage: Ein Konto kann sich verdoppelt haben und um ein Drittel gefallen sein und dennoch über dem Start liegen
Der Unterschied zwischen beiden Metriken fällt besonders bei denen auf, die Verluste aussitzen. Der Kontostand kann in diesem Fall monatelang eine gerade Linie zeigen, während die Equity nach unten geht — und eine nach Kontostand festgelegte Stoppregel greift kein einziges Mal.
Häufige Fragen
Welcher Drawdown gilt als normal?
Das hängt vom Risiko pro Trade und von der Trefferquote ab, nicht von einer allgemeinen Regel. Praktische Orientierung: Berechnen Sie den durchschnittlichen maximalen Drawdown für Ihre Parameter in der Berechnung des Ruinrisikos und vergleichen Sie ihn mit dem tatsächlichen. Ist der tatsächliche deutlich größer, liegt es nicht am Markt, sondern an Regelbrüchen.
Den Drawdown von der Einlage oder vom Hoch berechnen?
Vom Equity-Hoch. Ein Drawdown von der Anfangseinlage zeigt den Verlust nicht: Das Konto kann sich verdoppelt haben und um ein Drittel gefallen sein und dennoch über dem Ausgangspunkt liegen.
Sollte man das Risiko erhöhen, um schneller aus dem Drawdown zu kommen?
Nein. Genau dieses Szenario macht aus 20 % dann 50 %: Erhöhtes Risiko beschleunigt die Bewegung in beide Richtungen, und die Wahrscheinlichkeit, einen tiefen Drawdown zu erreichen, wächst schneller als das Medianergebnis. Die Rechnung steht auf der Seite über Selbstüberschätzung.