Martingale im Forex und der Preis des Revenge-Tradings
Martingale im Forex und spontanes Revenge-Trading sind ein und dieselbe Handlung: das Risiko nach einem Verlust erhöhen. Der Rechner berechnet sie Schritt für Schritt und vergleicht sie mit konstantem Risiko auf derselben Stoppserie. Die Differenz fällt meist größer aus als erwartet.
| Stopp | Risiko | Verlust | Rest beim Revenge-Trading | Rest bei konstantem Risiko |
|---|
Das Risiko wird von der aktuellen Equity berechnet — so, wie es auch das Terminal rechnet. Mehr als die Einlage lässt sich in einen Trade nicht setzen, deshalb ist das rechnerische Risiko auf hundert Prozent begrenzt.
Das Lot nach einem Verlust verdoppeln: die Formel Schritt für Schritt
Rest nach Schritt n = Restn−1 × (1 − Risiko im Schritt n)
2 % → 4 % → 8 % → 16 % → 32 % beim Multiplikator 2,0
Die entscheidende Eigenheit: Die Verluste multiplizieren sich, sie addieren sich nicht. Genau deshalb weicht das Ergebnis von der naiven Summe «2 + 4 + 8 + 16 + 32 = 62 %» ab: In jedem Schritt wird der Prozentsatz vom bereits geschrumpften Konto genommen, und der tatsächliche Drawdown beträgt 50,6 %. Weniger als die Summe — aber immer noch fünfmal mehr als bei konstantem Risiko.
Wie viel Kapital Martingale verlangt
Das Versprechen «die Serie reißt irgendwann ab» stimmt. Die Frage ist, ob die Einlage reicht, um diesen Moment zu erleben.
| Länge der Serie | Erforderliches Kapital bei Basis 2 % | Wahrscheinlichkeit einer solchen Serie auf 100 Trades bei einer Trefferquote von 45 % |
|---|---|---|
| 4 Stopps | 30 % der Einlage | 99,4 % |
| 6 Stopps | 126 % der Einlage | 72,9 % |
| 8 Stopps | 510 % der Einlage | 30,7 % |
| 10 Stopps | 2.046 % der Einlage | 10,6 % |
2 % × (2⁸ − 1) = 2 % × 255 = 510 % der Einlage
Acht Stopps in Folge kommen bei einer Trefferquote von 45 % etwa in jedem dritten Hundert Trades vor. Das ist kein «schwarzer Schwan», sondern ein gewöhnliches Ereignis, und Kapital dafür reicht bei keiner vernünftigen Einlage. Die Analyse der Wahrscheinlichkeiten steht in der Serienberechnung.
Warum der Multiplikator 1,0 der einzig brauchbare ist
Weiche Versionen von Martingale: warum sie nicht retten
Eine vollständige Verdopplung halten die meisten für ein Extrem, aber die Arithmetik wirkt bei jedem Multiplikator größer als eins. Es unterscheidet sich nur die Zahl der Schritte, nach der das Konto den kritischen Drawdown erreicht.
| Multiplikator | Drawdown über 5 Stopps | Über 7 Stopps | Erforderlicher Zuwachs nach 7 |
|---|---|---|---|
| 1,0 — konstantes Risiko | −9,6 % | −13,2 % | +15,2 % |
| 1,3 | −16,9 % | −30,5 % | +43,8 % |
| 1,5 | −23,9 % | −50,2 % | +100,7 % |
| 2,0 | −50,6 % | −100 % | unmöglich |
Die Zeile mit dem Multiplikator 1,3 ist die nützlichste der Tabelle. Ein Aufschlag von dreißig Prozent auf das Risiko nach einem Verlust sieht nicht nach Martingale aus und wird meist nicht einmal als Regel wahrgenommen. Dabei macht er aus sieben Stopps in Folge statt dreizehn Prozent Drawdown dreißigeinhalb, und aus dem für die Rückkehr nötigen Zuwachs statt fünfzehn Prozent vierundvierzig.
bei m = 1,3 und Basis 2 %: 2,0 → 2,6 → 3,4 → 4,4 → 5,7 %
kein einzelner Schritt sieht für sich nach einem Regelbruch aus
Wie man sich beim wachsenden Risiko ertappt
Martingale von planmäßigem Handel zu unterscheiden dauert am Export fünf Minuten. Die Prüfung verlangt weder Erinnerung noch Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.
Terminalbericht in eine Tabelle: Datum, Volumen, Abstand zum Stopp, Ergebnis.
5 MinutenVolumen × Abstand zum Stopp × Punktwert. Eine eigene Spalte, sowohl in Geld als auch als Anteil der Equity an jenem Tag.
10 MinutenNicht nach Ergebnis: Wichtig ist die Abfolge, nicht die Größe.
1 MinuteEine eigene Spalte «vorheriger Trade im Verlust: ja/nein».
5 MinutenNach einem Verlust und nach einem Gewinn. Ein Unterschied von mehr als zehn Prozent — Sie haben einen Multiplikator, auch wenn Sie ihn nicht festgelegt haben.
1 Minute«Das mittlere Risiko nach einem Verlust ist um X % höher.» Genau das ist Ihr tatsächlicher Multiplikator — der, den man in den Rechner einsetzt.
1 MinuteWas sich meist herausstellt. Der Multiplikator ist selten genau 2,0 — häufiger 1,2–1,5, und er ist nicht bewusst. Genau deshalb ist die Prüfung nützlicher als Selbstbeobachtung: sich zu fragen «erhöhe ich das Risiko nach einem Verlust» und den Mittelwert zweier Gruppen zu berechnen sind zwei verschiedene Fragen mit verschiedenen Antworten.
Anti-Martingale: Risikoerhöhung nach Gewinnen
Das Spiegelschema wird seltener besprochen und funktioniert grundsätzlich anders: Das Risiko wächst in einer Gewinnserie und fällt in einer Verlustserie. Das macht es nicht automatisch sicher, verändert aber die Verteilung der Verluste.
| Martingale | Anti-Martingale | |
|---|---|---|
| Wann das Risiko wächst | nach einem Verlust | nach einem Gewinn |
| Womit das Wachstum bezahlt wird | mit der verbliebenen Einlage | mit bereits erzieltem Gewinn |
| Was in einer Verlustserie passiert | das Risiko wächst, der Drawdown beschleunigt sich | das Risiko fällt, der Drawdown verlangsamt sich |
| Schlimmstes Szenario | das Konto endet in einer Verlustserie | ein großer Verlust nimmt die ganze Gewinnserie |
| Was unbedingt nötig ist | unendliches Kapital — also unmöglich | eine Risikoobergrenze und eine Rücksprungregel |
| Ergebnis ohne Begrenzungen | Ruin bei jedem Multiplikator > 1 | Rückkehr auf null Gewinn, aber kein Kontoverlust |
Praktisch ist Anti-Martingale dieselbe planmäßige Skalierung, nur mit schnellem Schritt. Damit sie nicht zu Euphorie wird, braucht es dieselben drei Begrenzungen: Risikoobergrenze, fester Schritt und automatischer Rücksprung bei einem Drawdown der festgelegten Tiefe. Ohne sie unterscheidet sich das Schema von spontanem Volumenwachstum nur durch den Namen.
Schritt ≤ 25 %, Überprüfung einmal im Monat, Rücksprung bei 10 % Drawdown
Häufige Fragen
Funktioniert Martingale überhaupt nicht?
Es funktioniert unter zwei Bedingungen: unendliches Kapital und keine Begrenzung der Einsatzgröße. Beide sind am Devisenmarkt nicht erfüllt — die Einlage ist endlich, und das Volumen ist durch die Margin begrenzt. Deshalb lautet die Frage nicht «funktioniert es», sondern «bei welcher Serie endet das Konto».
Und wenn man nicht das Risiko, sondern das Volumen bei gleichem Stopp verdoppelt?
Das ist dasselbe: Risiko = Volumen × Abstand zum Stopp × Punktwert. Eine Verdopplung des Volumens bei unverändertem Stopp verdoppelt das Risiko.
Worin unterscheidet sich das Nachkaufen vom Martingale?
Nachkaufen fügt Volumen innerhalb einer Position hinzu, Martingale im nächsten Trade. Das Ergebnis ist gleich: Das Gesamtrisiko wächst nach einer Bewegung gegen Sie. Die Analyse des Nachkaufens steht auf einer eigenen Seite.
Darf man das Risiko nach einem Gewinn statt nach einem Verlust erhöhen?
Das ist ein anderes Schema, und es ist sicherer: Der Einsatz wächst in einer Gewinnserie, nicht in einer Verlustserie. Aber auch hier braucht es eine Grenze und eine Rücksprungregel, sonst nimmt ein großer Verlust die ganze Serie — siehe Euphorie.